Das Training
Ein Training dauert wenige Minuten und läuft wie ein Telefonat: Studierende sprechen, die virtuelle Simulationsperson antwortet in Echtzeit und bleibt dabei in ihrer Rolle — mit ihren Sorgen, ihrem Vorwissen und ihrer Art zu reagieren.
Szenarien
Jedes Szenario beschreibt eine Gesprächssituation, eine Rolle und ein Lernziel. Die Bandbreite reicht von der ärztlichen Aufklärung bis zu Gesprächen außerhalb der Medizin — das Prinzip ist übertragbar.
Medizinische Kommunikation
- Erklärung eines ärztlichen Berichts nach Fraktur
- Erklärung eines Röntgenbefundes der Schulter
- Hausärztliche Anamnese
- Umgang mit emotionalen Eltern
- Kognitive Beeinträchtigung
Weitere Anwendungsfelder
- Journalistisches Interview zu Multimedikation
- Notruf bei der Leitwarte
- Erstkontakt in der Studienberatung
- Überforderung im Studium
Weitere Szenarien entstehen laufend — gemeinsam mit Lehrenden aus den jeweiligen Fachgebieten.
Fünf Dimensionen der Gesprächsführung
Das Feedback folgt einem am SCoLa entwickelten Kompetenzframework. Jede Dimension wird einzeln bewertet, begründet und mit einem Zitat aus dem geführten Gespräch belegt.
- Struktur
- Wird das Gespräch erkennbar geführt? Werden Phasen angekündigt, Zwischenstände zusammengefasst und ein klarer Abschluss gesetzt?
- Exploration
- Werden Vorwissen, Erwartungen, Sorgen und Alltagsbezug der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners erfragt?
- Beziehung
- Werden Gefühle gespiegelt und empathische Rückmeldungen gegeben?
- Information
- Werden Inhalte verständlich, dosiert und in einfacher Sprache vermittelt, und wird das Verständnis aktiv geprüft?
- Entscheidung
- Werden Optionen, Präferenzen und Umsetzbarkeit gemeinsam besprochen und festgehalten?
Die Beschreibungen der fünf Dimensionen sind aus den Feedback-Texten der Anwendung abgeleitet. Vor Veröffentlichung durch das SCoLa-Team prüfen und ggf. durch die Originaldefinitionen des Frameworks ersetzen.
Was Studierende nach dem Gespräch bekommen
Eine Gesamteinschätzung mit Prozentwert und kurzer Begründung
Eine Bewertung je Dimension, jeweils mit Begründung und einem wörtlichen Zitat aus dem eigenen Gespräch
Konkrete Empfehlungen für das nächste Training, an Formulierungen entlang
Ein Kompetenzprofil, das die eigene Entwicklung über alle Trainings hinweg zeigt und sie einer Vergleichsgruppe gegenüberstellt
Beispielkarte aus dem Feedback
Information
72 %Sie haben den Befund in Alltagssprache übersetzt und in kleinen Schritten erklärt. Das Verständnis haben Sie einmal geprüft, jedoch erst am Ende des Gesprächs.
„Radius ist die Speiche, einer der beiden Unterarmknochen. Distal heißt: nah am Handgelenk.“Für das nächste Training:Prüfen Sie das Verständnis früher, etwa nach dem ersten Fachbegriff: „Was davon soll ich noch einmal anders erklären?“
Nachgebaute Beispielkarte. Werte und Text sind erfunden und vor Veröffentlichung durch ein anonymisiertes reales Beispiel zu ersetzen.
Ergänzung, kein Ersatz
Trainings mit realen Simulationspersonen bleiben das Herzstück der Kommunikationsausbildung. Sie bilden Körpersprache, Beziehungsdynamik und die unmittelbare menschliche Reaktion ab — das kann keine Software leisten. VirtualSP setzt davor an: für die Wiederholungen, für die im Kursplan kein Platz ist, und für das Üben ohne Publikum. Studierende kommen dadurch besser vorbereitet in die Begegnung mit realen Simulationspersonen.
Was VirtualSP ermöglicht
Unbegrenzte Wiederholungen
Orts- und zeitunabhängiges Training
Üben ohne Zuhörende und ohne Schamgefühl
Sofortiges, kriterienbasiertes Feedback
Nachvollziehbare Entwicklung über die Zeit